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  NSU 601 TS                   Sonder- und Exportmodelle

Story meiner NSU 601 TS  Behördenmodell Polizei Baujahr 1936

Allgemeine Informationen:

Die NSU 601 TS wurde hauptsächlich im Gespannbetrieb von Handwerkern und Gewerbetreibenden als “Lastesel” gefahren. Weiterhin fuhren auch viele Behörden wie z.B. Reichspost, Militär und Polizei die 601 TS hauptsächlich im Gespannbetrieb.
Die Maschinen zeichneten sich durch ihre Robustheit und Anspruchslosigkeit auf der Straße und im leichten Gelände aus. Sehr viele alte zeitgenössische Bilder die die 601 TS im Dienste der Reichswehr und Wehrmacht zeigen, belegen dies eindeutig. Wahrscheinlich existieren heute aus diesem Grunde nur sehr wenige NSU 601 TS Modelle, speziell aus den Baujahren ab 1934 bis 1939. Die Maschinen waren da wohl im gnadenlosen Einsatz bis zum bitteren Ende.

  • Fahrgestell-Nr.              843425 – 853659 = 1930-1931
                                        854343 – 857373 = 1932
                                        857425 – 859501 = 1933
                                        865326 – 884487 = 1934
                                        884532 – 1008976 = 1935
                                      1008977 – 1036833 = 1936
                                      1036834 – 1065358 = 1937
                                      1065359 – 1104169 = 1938
                                      1106351 – 1131440 = 1939
    Die Fahrgestell-Nr. befindet sich bei allen 500/ 600er Blockmodellen auf der linken Seite des Steuerkopfes.
    Die Motor-Nr. befindet sich mittig auf der linken Seite des Motorgehäuses am Rand zur Dichtfläche des “Bananendeckels”.

 

Daten zu meiner NSU 601 TS Behördenmodell Polizei

Fahrgestellnummer: 1 011 665
Motornummer: 217 023
Ausgeliefert am 13.02.1936 an Polizeipräsidium Stuttgart

  • Besonderheiten gegenüber Serienausführung lt. Audi Tradition:
  • Lackierung komplett in Polizeigrün - tannengrün RAL 6009 glänzend
  • keine glänzend verchromten Teile sondern matt verchromt
  • blanke Teile auch teilweise tannengrün lackiert
  • Gabelfedern vorn verstärkt
  • Trittbretter aus Riffelblech mit aufgesetzten halbrunden Fußrastengummis von der OSL
  • Steinschlagschutzblech unter Motor (Motorunterzugblech)
  • oberer hinterer Kettenschutz u-förmig (auch Innenseite geschlossen)
  • unterer Kettenschutz
  • Rücklicht mit integriertem Stopplicht
  • Veigeltacho mit Gesamt- und Tageskilometerzähler
  • Soziussattel und -fußrasten Framo
  • Magnetzünder Bosch D1B RS132, statt Bosch Lichtbatteriezünder B 145 in Serie
  • stärkere Batterie
  • Hinterradsteckachse mit Linksgewinde, Kronenmutter mit Splintsicherung
  • Kniebleche (Beinschützer)
  • verstärkte Bowdenzüge für Hand-/Fußkupplung und Vorderradbremse (Seilstärke 2,5 mm)
  • Tiefbettfelgen und 26 x 3,5 Conti Reifen
  • ausgeliefert mit Seitenwagen FG-Nr. 1 012 417, Boot Marke Royal, Lackierung in Polizeigrün - tannengrün RAL 6009 glänzend, Conti Reifen 26 x 3,5, Lederpolsterung, Rechtsanschluss
  • Motor:
  • Bohrung 87,5 mm x Hub 99 mm, Hubraum 592 ccm
  • Leistung 16 PS
  • Viergang-Getriebe
  • neuer Zylinder, Kopf mit acht Schrauben M12 befestigt
  • Vergaser AMAL M 76/015, Aluminium Isolierzwischenstück

 

Geschichte + Restauration:

  • April 2006
  • Ich trenne mich schweren Herzens von meiner kleinen wechselgesteuerten NSU 201 T, um meine neues Projekt eine NSU 601 TS Behördenmodell Polizei verwirklichen zu können. Ich besitze bereits aus der NSU-Blockmodellbaureihe eine 501 TS von 1930 welche im Juni 2005 fertiggestellt wurde. In der mehrjährigen Restaurationszeit konnte ich umfangreiche Kenntnisse über diese sehr interessante Baureihe gewinnen. Der Fahrspaß mit diesen “Traktoren” aus Neckarsulm ist einfach unvergleichlich. Der große seitengesteuerte Blockmotor hat in der 501 TS selbst mit seinen nur 11 PS ein sehr bulliges Drehmoment und viel Kraft. Somit dauerte es nicht lange und im darauffolgenden Winter kam der Wunsch auf, der NSU 501 TS noch eine NSU 601 TS als “Stallgefährten” zu suchen.
  • Bei meinem NSU-Freund Jochen hatte ich schon in 2004 ein teilweise komplettiertes 601 TS Fahrwerk ohne Motor gesehen. Es handelte sich um ein Behördenmodell Polizei von 1936. Mich interessierten sofort die seltenen Trittbretter aus Riffelstahlblech mit diesen seltsam von oben aufgesetzten OSL-Fußrastengummis. Nach und nach schlummerte in mir der Wunsch so eine Maschine in meiner Sammlung zu haben. Durch Zufall bekam ich mit, dass Jochen sich von der Maschine trennen wollte, zumal er noch 5 andere große Blockmodelle stehen hat. Im Winter 2005/2006 wurde es dann konkreter und nach Preisverhandlungen, konnte ich dann Ende April 2006 die neue NSU 601 TS zu einem fairen Preis zu mir nach Hause holen.
  • Nun ging die Teilesuche erst richtig los. Vom Verkauf der 201 T war ich ja einigermaßen flüssig. Die größten Bedenken sah ich bei der Beschaffung des recht selten 601 TS Motores mit 16 PS, neuem Zylinder mit acht Schrauben am Kopf und Vierganggetriebe. Ich zerbrach mir den Kopf wo ich den wohl herbekommen möge, schaltete Suchanzeigen in Internet und fragte bei NSU-Freunden sowie Händlern an. In einer ruhigen Minute kam mir dann ein super Gedanke. Während des Bodenseeurlaubes 2004 hatte ich auch ein Oldtimermuseum besucht und dort einen einzelnen NSU 601 TS Motor 16 PS Vierganggetriebe einsam in einer Ecke stehen sehen. Also fragte ich bei der Museumsleitung an, ob der Motor für meine interessantes Projekt zu haben wäre und bot natürlich auch eine angemessene Summe. Ich konnte es kaum glauben, schon 5 Tage später Anfang Mai bekam ich den Zuschlag und konnte mir den Motor abholen. Die Abholung verband ich mit einem schönen Wochenendausflug mit meiner lieben Frau nach Füssen.
  • Kniekissenhaltebleche und eine Bosch-Hupe finde ich in meinem Fundus.
  • In einigen Ecken sind noch Reste der originalen tannengrünen Polizeifarbe zu finden!
  • Mai 2006
  • Der Motor hat die Motornummer 409353, das deutet auf das Jahr 1939 hin. Er befindet sich in einem ausgesprochen guten Zustand und weist den letzten Serienstand mit schon vier statt bislang drei Kupplungsscheiben auf. Das kritische Teil Kickstartergehäuse ist in einwandfreiem Zustand. Der Amal Vergaser mit dem seltenen Kühlzwischenstück ist vorhanden. Es fehlen lediglich alle an den Vergaserzügen befindlichen Gasschieberteile. Das Motorrumpfgehäuse weist keinerlei Beschädigungen auf. Jedoch ist der Haltedom für den Deko-Zug am Steuergehäusedeckel abgebrochen . Ebenfalls fehlt eine Ecke im Stehbolzenbereich des Ölpumpengehäuses. Da der Motor sehr wenig Verschleiß von außen zeigt vermute ich, dass der Motor nur zerlegt und gereinigt werden muss. Dabei werden natürlich alle Lager und Dichtungen erneuert.
    Die Motor Überhohlung steht nächsten Winter an. Der Motor wurde
    zunächst einmal in das Fahrwerk zu Einpassungszwecken eingebaut.
  • Weitere Fehlteile wie Gepäckträgerbrücke, Lampenhalter und Ruckdämpfergummis werden auf der Veterama von einem Freund mit beschafft.
  • Auspuffkrümmer und Lenker kaufe ich bei Eberhard Berger und sehr guter Qualität.
  • Auf der Technorama in Ulm kaufe ich weitere nachgefertigte Teile: Boschscheinwerfen, Auspufftopf, Werkzeugkästen mit Schellen,
    einige Lenkerarmaturen sowie Gummi- und Kleinteile
  • Das Sattelgestell kommt zu Horst Geilsdorf, damit dieser eine neue Satteldecke anfertigen kann.
  • Kontaktaufnahme mit der KFZ-Abteilung des Polizeipräsidiums Stuttgart, Anfrage nach weiterführenden Informationen und Bildmaterial. Mann ist dort gegenüber meiner Anfrage aufgeschlossen und ist bereit zu helfen. Recherche läuft.
  • Juni 2006
  • Bei Ebay ersteigere ich den Amal Gasdrehgriff, Griffgummis und ein passendes Stop-Rücklicht.
  • Die Lederklappen für die Werkzeugkästen beauftrage ich beim Sattlermeister Bösener.
  • AMAL Vergaser M76/015 komplettiert, Dank an Martin der sich so rührig mit den alten Vergasern befasst.
  • Juli, August 2006
  • Ich habe mir mein oberes linkes Sprunggelenk gebrochen, somit läuft fast nichts.
  • Beschaffung Lenkerarmaturen wie Amal Gasdrehgriff, originale Innenzughebel
  • Vorderrad Vorbereitung Umbau Lagerung auf Rillenkugellager, Vorbereitung Anbau des Tachoantriebes am Vorderrad
  • Tachoantriebsteile Gehäuse und originale Kleinteile erstanden
  • Zerlegung Bosch Licht-Batteriezünders B145
  • Neue Reifen Heidenau 19x4.00 +Schläuche bei Ebay gekauft
  • Rückantwort des Polizeipräsidium Stuttgart: leider konnte kein originales Bildmaterial, welches die NSU 601 TS als Polizeimaschine zeigt, gesichtet werden
  • weitere Recherche nach originalen Bildmaterial beim Staatsarchiv in Ludwigsburg bringt auch wieder keinerlei Ergebnisse
  • Anfrage beim Stadtarchiv Stuttgart im Fotoarchiv stimmt mich zuversichtlich, dort stehen zwei Bildmappen mit Polizeibildern
    zur Ansicht bereit, mein NSU-Freund Andi der in Stuttgart arbeitet,
    erklärt sich bereit die Fotomappen zu sichten
  • September, Oktober 2006
  • Zerlegung und Bestandsaufnahme Motor
    Kolben zeigt starke Klemmspuren und ein Teil des Ölabstreifringes fehlt, weiterhin sind die Ventile im Schaftbereich fertig , neuen Kolben und Übermaßventile bei Winfried Schneider geordert
    Getriebe, Kupplung und Kickstartermechanismus zeigen kaum Verschleißspuren
    Die Stößellaufbahnen sind etwas eingelaufen und werden mit einer speziell dafür angefertigten Errodierelektrode aus Kupfer nachgesetzt und anschließend Nitriergehärtet
    Der Primäantrieb mit seinen vielen Zahnrädern befindet sich auch in recht guten Zustand.
    An zwei Gehäuseteilen sind kleine Bereiche weggebrochen. Zwecks Reparatur werden sie einem Aluminium Schweißspezialisten übergeben.
  • Mittelkippständer sehr aufwendig gerichtet, geschweißt und instand gesetzt. Leider gibt es von der gekröpften Variante (ab 1935) mit breiteren Fußabstand noch keine Nachfertigung.
  • Nachbau unterer Luftpumpenhalter
  • Neue Lederklappen für Werkzeugkästen und neue Satteldecke erhalten
  • oberer und unterer Kettenschutz als super Nachbau von einem Karosseriebauermeister eingetroffen
  • November 2006
  • Richtarbeiten am Rahmen
  • Tankeinfüllstutzen instandgesetzt, Tank außen gestrahlt und grundiert, innen entrostet und mit Tanksiegel beschichtet
  • Instandsetzung des Bosch Licht-Batteriezünders B145 in Eigenregie begonnen, ein B142 dient als Teilespender
  • Auf Markt in Neuruppin diverse neue Kleinteile erworben

    Komplettierung der 601 TS Stand Dezember 2006

    nachgebauter oberer und unterer Kettenschutz

    originales Polizeigrün unter den Seitenwagenanschlüssen

    Haupständer vor der Reparatur

    Haupständer nach der Reparatur

    Reparatur Tankeinfüllstutzen

    Tank fertig entrostet und grundiert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Dezember 2006
  • Die Kurbelwelle wird zerlegt. Die Schmierbohrungen zum Hubzapfen sind verstopft und werden gründlich gespült und gereinigt. An der Pleuellagerung ist nur geringer Verschleiß erkennbar. Es werden jedoch 32 neue Rollen 7x7 mit leichtem Übermaß eingebaut. Danach zeigt sich das Pleuellager nahezuspielfrei. Danach wird die Kurbelwelle auf einer selbstgebauten Vorrichtung in Prismen auf Rundlauf (max. 0,02 mm unrund!) der Lagerflächen geprüft und ausgerichtet.
    Alle Motorgehäuseteile werden mit Waschbenzin abgewaschen und danach mit einem Dampfstrahler gereinigt.

 

  • Januar 2007
  • Von Kolbenspezialisten Winfried Schneider aus Meckenbeuren treffen der neue Kolben, der geschliffenene Zylinder fix und fertig bearbeitet (Dichtfläche für Kopfdichtung geplant, Ventilführungen für Übermaßschäfte aufgerieben, Ventilsitze gefräst), neue Ventile mit Übermaßschaft und einige neue Lager ein. Winfried hat wie immer echt saubere Arbeit zum sehr fairen Preis abgeliefert. Ich kann ihn nur weiterempfehlen.
  • Am Steuergehäusedeckel waren der Anschraubdom für den Dekompressionszug und am Ölpumpempengehäuse eine Ecke für den Stehbolzen weggebrochen. Vermutlich geschah das einmal durch unsachgemäßen Ausbau des sehr schweren Motors aus dem Rahmen. Die fachmännisch geschweißten Alugehäuseteile (Dank an meinen NSU-Meister Jochen ) treffen wieder ein. Sie werden mit einigem Aufwand mit dem Dremel geschliffen, gefräst, nachbearbeitet und in Form gebracht. Nach dem Strahlen sieht man die Reparatur fast garnicht mehr.
  • Von NSU-Freund Herbert erhalte ich die meistens fehlende Befestigungsstrebe zwischen Zylinderkopf und Rahmen.
  • Februar 2007
  • Die Motorgehäuseteile werden gestrahlt und anschließend mit feiner Stahlwelle und der Messingdrahtbürtse blank gemacht. Dadurch erreicht man nahezu das alte Finish. Nur Glas gestrahlte Alugehäuse, mit matter Oberfläche, entsprechen meiner Meinung nach nicht dem damilgen Aussehen und wirken überrestauriert. Als Abschluss wird das Gehäuse, vorallem alle Schmierkanale mit dem Hochdruckreiniger von den Strahl- und Reinigungsresten gesäubert, schon weitestgehend trocken geblasen und im Backofen restlos getrocknet.
  • März/ April 2007
  • Nach langer Suche bekomme ich endlich das Handrad für den Lenkungsdämpfer für kleines Geld bei Ebay.
    Ein NSU-Stammtischfreund schenkt mir die NSU-D Aufkleber für den Tank.
    Veterama Besuch in Ludwigshafen: Kabelhalter für Rücklicht, neuer Everbest Benzinhahn, Kleinteile Bosch B145, Antriebszahnrad für vorderen Tachoantrieb, weitere Kleinteile
    Der Lichtbatteriezünder B145 von Bosch ist fertig gestellt.
  • Mai 2007
    Das Motorgehäuse mit Zylinder wird in den Rahmen eingebaut, damit der Auspuffkrümmer samt Befestigung angepasst werden kann. Weiterhin wird eine Befestigungslasche für den Auspufftopf angefertigt und zusammen mit dem Krümmer angepasst.

Das Motorgehäuse ist wieder wie neu

Neuer Kolben, Ventile + bearbeiteter Zylinder

Angebrochener Schraubdom am Steuergehäusedeckel

Ölpumpengehäuse Ecke weggebrochen

Die Motorgehäuseteile sind wieder repariert

Die Kurbelwelle wird auf Rundlauf geprüft

 

Bosch B145 fertig zum Einbau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fortsetzung folgt!

 

 

NSU 601 TS Sonder-, Behörden- und Exportmodelle

NSU 601 TS Behördenmodell Reichspost (ca. 1935/36)

 

Informationen zu Lackierung Postfahrzeuge ab 1934:

Konrad Buschmann: Da ging die Post ab. Die Geschichte der Motorisierung der Post.
Verlag Michael Weyand. ISBN: 3 - 924631 -22 -0

Das ROT für Postfahrzeuge wurde nach der Machtergreifung Hitlers eingeführt. Das Rot entsprach dem neuen Rot der Staatsflagge.

Motorradrahmen schwarz; Tank selbst rot -seitliche Aufschrift: "Deutsche Reichspost". Beiwagen mit Kastenaufbau: Rahmen schwarz; Kasten selbst alle 4 Seiten rot, seitliche Aufschrift (schwarz): "Deutsche Reichspost". Kastenoberseite mit Dachgitter: schwarz.

Amtsblatt des Reichspostministeriums/ Bekanntmachungen der Reichspost. Ausgabe A. Jahrgang 1934, Berlin , den 22.Mai; Nr.45, S.261:

Nr.185/1934.Änderung des Anstrichs der Postfahrzeuge:
"…rote Lackierung nach Farbton Nr.7 der Farbenkarte für Fahrzeuganstriche (RAL Nr.840 B 2). … …Die Kotbleche, Radkappen, Trittbretter - soweit sie nicht mit Aluminium-Riffelblech beschlagen sind -und Leitern werden schwarz lackiert. … … Die Kraftfahrzeuge erhalten ferner statt der Aufschrift "Reichspost" künftig die Aufschrift "Deutsche Reichspost". Diese Aufschriften werden in Silber mit schwarzem Schlagschatten ausgeführt. Abziehbilder für die … Schriften, die je nach Art des Fahrzeugs verschieden groß gehalten werden, sind vom KPW (Kraftpostwerk) Berlin-Borsigwalde zu beziehen, das auch die Musterblätter für
Fahrzeugbemalung ... ausstellen wird. …"

 

 

NSU 601 TS Ausführung NSKK (ca. 1934)

  • Lackierung:
    olivbraun, mattbraun, SA-braun

 

 

NSU 601 TS Ausführung Reichswehr, Reichskriegsministerium

  • Lackierung:
    bis 1935 RAL 7016 anthrazitgrau (Grundfarbe, ab 1935 RAL 7021 dunkelgrau (panzergrau)/ blaugrau matt

 

 

NSU 601 TS Ausführung WH

  • Lackierung:
    bis 1939 dunkelgrau RAL 7021 mit Tarnflecken RAL 070 040 20 (früher RAL 8002)
    1939 - 1943 einheitlich RAL 7021
    1943 - Ende WK2 Einheitsfarbe “Dunkelgelb II nach Muster” ohne RAL Nummer (wenige Monate war 1943 zunächst RAL 7028 als “Dunkelgelb I” vorgeschrieben. Die in bestimmten Fällen verwendete Fleckenlackierung bestand aus:
    Grundfarbe: Dunkelgelb nach Muster
    Grüne Flecken: Olivgrün gemäß RLM-Gebäudetarnfarbenkarte - entspricht RAL 6003
    Braune Flecken: RAL 8017
  • Mit Einführung der Wehrmacht ab 1935 wurde das militärische Großgerät mit einem wesentlich dunkleren graubraunen Anstrich versehen. Dabei überwog der dunkelgraue Farbton dem Dunkelbraunanteil im Verhältnis 2/3 zu 1/3. Diese Maßnahme war bis zum Herbst 1939 abgeschlossen, so dass mit Beginn des Zweiten Weltkrieges das deutsche Kriegsgerät mit diesem Anstrich versehen war . Doch bereits ein knappes Jahr nach Kriegsbeginn wurde aus Sparsamkeitsgründen mit der HM 1940, Nr. 864, angeordnet, dass für die Dauer des Krieges alles Großgerät mit einem einfarbigen dunkelgrauen Anstrich zu versehen ist.

 

 

NSU 601 TS Exportmodell für Türkische Armee 1935 – 37

Besonderheiten abweichend von Serie (siehe ETL 501/601 TS Ausgabe 12/1935 Seiten 273 – 276):

  • Lackierung in „Feldgrau Nr.3“ matt wie Reichswehr, RAL 6006
  • blanke Teile lackiert
  • Bohrung x Hub = 88,0 x 99,0 -> 601 ccm, abweichend von Serie mit Bohrung x Hub = 87,5 x 99,0 -> 592 ccm
  • Magnetzünder Bosch D1B RS132, statt Bosch Lichtbatteriezünder B 145 in Serie
  • Stopplicht + Stopplichtschalter
  • Amperemeter 20-0-20 A
  • Alukühlflansch zwischen Zylinder und Vergaser
  • Trittbretter aus Riffelstahlblech, in der Mitte zusätzliche Fußrastengummis, halbrunde Form von OSL´s
  • zum normalen NSU-  gibt es ein zusätzliches Tankemblem „TC“ welches für Türkiye Cumhuriyeti steht, die türkische Bezeichnung der Türkei
  • Scheinwerfer Bosch ES 150x2s 28
  • Antriebsritzel 17 Zähne
  • Fußbremshebel als Hackenbremse ausgeführt, Lager am rechten hinteren Rahmenrohr
  • Vorderradschutzblech vorn mit Aussparungen für Gabelrohre rechts und links
  • Vierganggetriebe
  • neuer Auspuff, Auspuffrohr dickwandiger 2 mm
  • sonst Ausstattung wie Serie 601 TS 1935 bis 1937
  • in der Zeit von Oktober 1935 bis September 1937 wurden ca. 850 Maschinen an das Kriegsministerium Ankara/ Türkei, die Zollbehörden in Instanbul und die türkische Gendarmerie ausgeliefert
  • die Modelle waren hauptsächlich mit Seitenwagen Royal Typ 285 ausgestattet
  • eine noch existierende Maschine ist mir bekannt

 

 

Impressum

Technische Daten NSU 601 TS Modelljahr 1936

Motor:

 

Bauart
Arbeitsweise
Zylinderzahl
Bohrung x Hub
Hubraum
Leistung
Vergaser
Ventile
Kurbelwellenlager
Kühlung
Schmierung
Höchstdrehzahl
Zündung

Blockmotor
4 Takt
1
87,5x99 mm
592 ccm
16 PS
Schiebervergaser AMAL M 6/015 (Messing) oder M76/015 (Spritzguss) mit Alu-Kühlzwischenstück
seitengesteuert (sv)– Einlaß-/ Auslaßventil stehend, gekapselt
2x Rollenlager
Luft
Trockensumpf mit Zahnradpumpe, hier gibt es Tips zum Einstellen der Motorschmierung
4670 U/min
BOSCH Licht-Magnetzünder D1B RS 132, ab 1933 BOSCH Lichtbatteriezünder B 145, beide rechtslaufend
 hier ein Link Bosch Motorradelektrik um 1930

Kraftübertragung:

 

Kupplung
Schaltung
Getriebe
Kraftübertragung
Kettenritzel vorn
Kettenrad hinten

Trocken-Lamellenkupplung
Schalthebel am Motor
4 – Gang Block, Zahnrad- Wechselgetriebe
Kette 5/8“x3/8“
18, Behörden- und Exportmodelle 17 Zähne
Solo 42, Seitenwagen 46 Zähne

Fahrwerk:

 

Maße LxBxH
Vorderradfedergabel
Lenker
Rahmen
Bremse
Räder
Sattel
Tank

2100 x 830 x 1040
Rohrgabel mit parallelgrammartiger Doppelfederung und Stoßdämpfern
verstellbarer Rohrlenker
Stahldoppelrohrrahmen oben und unten durchgehend, schwarz
Innenbackenbremse
Hochdruckbereifung 3,5x19” auf CC1 Felge
WITTKOPP – Elastik neue Form
Satteltank, tiefschwarz mit verchromten Seitenfeldern, Tankemblem „NSU-D Flügel“, Inhalt 12 l Benzin

Allgemeine Daten:

 

Radstand
Gewicht
Höchstgeschwindigkeit
Kraftstoffverbrauch
Ölverbrauch
Bauzeit
hergestellte Stückzahl

1390 mm
165 kg
ca. 105 km/h
4 - 5 l/100 km
0,25 l/100 km
1930 – 1939
6952

Lackierung:

für Modell 1936 Zivil

Tank

Rahmen, Fahrwerk und Anbauteile

tiefschwarz RAL 9005, tiefschwarz mit verchromten Seitenfeldern und goldenen Zierlinien

Rahmen, Gabel, Schutzbleche, Gepäckträger, Räder und sämtliche Klein- und Anbauteile in
tiefschwarz RAL 9005, keinerlei Linierungen

Einstellwerte:

 

Spiel Einlassventil warm
Spiel Auslassventil warm
Vorzündung (vor OT)
Unterbrecherabstand
Zündkerze
Motorschmierung

0,2 mm
0,4 mm
6 - 7 mm (Zündverstellhebel auf Frühzündung)
0,4 mm
M18/175, Elektrodenabstand 0,4 mm - 0,5 mm Magnetzündung, 0,6 - 0,7 mm Batteriezündung
Einstellschraube (unter Ölreiber rechte Motorseite) 1,25 bis 1,5 Umdrehungen geöffnet,
hier gibt es Tips zum Einstellen der Motorschmierung

Füllmengen:

 

Motor
Getriebe

2 Liter unlegiertes Einbereichs-Motoröl SAE 40 (z.B. Wintershall Wiolan CA 150, Aral Motanol GM 150)
ca. 400 g Getriebefließfett (Ambroleum)
hier gibt es einige Schmierstoff-Informationen

Elektrische Anlage:

hier gibt es Informationen und ein Schaltbild für die elektrische Anlage

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